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Chronik der Stadtkapelle Bad Wimpfen Blättern wir in der Chronik der Stadtkapelle, dann finden wir gleich am Anfang interessante Hinweise, die erkennen lassen, dass die Anfänge der heutigen Stadtkapelle bis in das Mittelalter zurückreichen. Schon damals hatte die Stadt eigene Musikanten angestellt, die damaligen „Zinkenisten“. Sie spielten regelmäßig auf dem Blauen Turm, gelegentlich aber auch privat zum Tanz. In der Verfassung von 1552 wurde unter den städtischen Dienern (Angestellten) auch die Stadtzinkenisten genannt, die täglich auf dem Blauen Turm „drei Gesetze“ blasen mussten. Im Jahre 1773 protestierten Bürgermeister und Rat dagegen, dass der Pfarrer die Stadtmusikanten als „Spielbrüder“ bezeichnet hatte, da dieselben zu dieser städtischen Stelle ordentlich angenommen und bestellt sind, stehe ihnen der Titel Stadtmusikanten zu. Nachdem Wimpfen im Jahre 1803 nach der Säkularisation zum Großherzogtum Hessen gekommen war, wurden wieder städtische Musikanten angestellt. Man beschränkte sich aber auf drei, von denen einer immer auf dem Blauen Turm wohnen musste und zugleich Turmwächter war. Beim Brand des Blauen Turmes um Jahre 1848 verlor der damalige Stadtmusikus Heuerling sein ganzes Hab und Gut und konnte nur mit Mühe sein Leben retten. Viele Spenden aus der Bevölkerung ermöglichten ihm aber einen neuen Anfang. Im Jahre 1889 gab es in Wimpfen eine freie, unabhängige Kapelle, die nebenberuflich musizierte. 1892 wurde dann aus diesen Musikanten die Kapelle neu zusammengestellt und als städtischer Kapellmeister Christian Hummel verpflichtet, der gleichzeitig das Amt des Hochwächters übernahm. **ANMERKUNG: Vor 1959 gab es keinen gewählten Vorsitzenden. Die gesamte Vereinsarbeit wurde vom jeweiligen Dirigenten durchgeführt. Daher ist das eingetragene Gründungsjahr auf 1893 datiert. Neben Mitgliedern der alten Kapelle wurden neue Musikanten eingestellt und auch Schüler geworben, die eine kostenlose Ausbildung erhielten. Von den 27 „Lehrlingen“ blieben aber schließlich nur 6 brauchbare Musikanten übrig. Interessant war bei der Ausbildung die Bedingung, dass der, der vorzeitig ausschied je nach Dauer der Lehrzeit 50.- bis 150.- DM „Entschädigung“ bezahlen musste. Von 1899 bis 1900 leitete Kapellmeister Bartz die Stadtkapelle, ihm folgte bis 1902 Kapellmeister Steiner aus Öhringen, dessen Söhne beim Rundfunk als Kapellmeister und Solisten bekannt waren. Nach dem Weggang von Herrn Steiner beschloss die Stadt keinen Hauptamtlichen Kapellmeister mehr einzustellen. Leiter der Kapelle wurde das Mitglied Friedrich Barth, der auch Hochwächter wurde. Da er nur als Hochwächter bezahlt wurde, übte er sein Handwerk als Schneidermeister weiter aus. Durch neue Ausbildung von „Zöglingen“ erhielt die Kapelle in den folgenden Jahren auch neue Mitglieder und genoss auch in der weiteren Umgebung einen guten Ruf, sodass sie auch zu größeren Festen gerufen wurde. Einen schweren Rückschlag in der vielversprechenden Entwicklung brachte der erste Weltkrieg. Die meisten Mitglieder mussten einrücken und im Jahre 1917 bestand die Kapelle nur noch aus 5 Mann und dem 12-jährigen Sohn des Kapellmeisters. Die Besetzung rechte somit gerade noch aus, den sonntäglichen Choral zu blasen und die Trauermusik auszuführen. Erst allmählich konnten nach dem Krieg die Lücken wieder geschlossen werden. Den Nachwuchs stellten meist junge Leute, deren Väter bereits in der Kapelle gewesen waren. Besonders aktiv war die Familie Barth, von der zeitweise neben dem Vater 5 Söhne in der Kapelle mitwirkten. Die Kapelle entwickelte sich bis zum Jahre 1933 so günstig, dass neben der Blaskapelle auch noch eine Streichkapelle unterhalten wurde. Man spielte bei Kurkonzerten, Sonderzügen, Vereinsfesten. Als Kapellmeister Barth nach 30- jähriger erfolgreichen Dirigententätigkeit altershalber den Dirigentenstab aus der Hand legte, beschloss die Gemeinde wieder einen Berufsmusiker anzustellen. Der seitherige Gesangverein Concordia 1868 und die Stadtkapelle wurden zu einen Musik- Verein-Concordia zusammengeschlossen und als Kapellmeister und Chordirigent Herbert Reif aus Heilbronn eingestellt. Man schaffte neu Uniformen an, kaufte neue Instrumente und bildete wieder Schüler aus, von denen sich aber nur wenigen als Nachwuchs eigneten. Es zeigte sich aber bald, dass bei der starken Beschäftigung der Kapelle in den Jahren nach 1933 ein Dirigent für Kapelle und Chor überfordert war, sodass man 1937 als neuen Kapellmeister Bernhard Teschler aus Stuttgart als Kapellmeister und Hausmeister der Volksschule verpflichtete. Leider wiederholte sich dann für die Stadtkapelle das Gleiche wie 1914. Nachdem sich die Kapelle unter der neuen Leitung gut entwickelt hatte, brach der II. Weltkrieg aus und neben Herrn Teschler mussten auch noch die andern Mitglieder zum Wehrdienst einrücken, sodass wieder nur 5-6 Mann übrig blieben. Nach den Krieg war es dann Herr Pelzer aus Aachen, der die restlichen Mitglieder sammelte, mit ihnen übte und bei Kurkonzerten und anderen Anlässen spielte und die Kapelle zusammen hielt bis Herrn Teschler 1947 nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft die Kapelle wieder selbst übernehmen konnte. Nach und nach wuchs die Stadtkapelle bis auf 20 Mann an. Man spielte vorwiegend bei Kurkonzerten und sportlichen Veranstaltungen. Durch Meinungsverschiedenheiten wischen der Stadt-und Kurverwaltung kam es dann 1959 fast zu einer Auflösung der Stadtkapelle. Aber nach längerer Pause durch Hinzunahme von Musikern aus Biberach und anderen Orten der Umgebung konnte ein neuer Anfang gemacht werden. Es wurden neue Uniformen angeschafft und nach einem gemeinsamen Konzert mit der Kapelle Bad Rappenau, dem Spielmannszug Hagenbach und dem neu aufgestellten Fanfarenzug der Sportgemeinschaft konnten auch wieder neue Instrumente gekauft werden. Nach einem neuen Tief, Meinungsverschiedenheiten zwischen verschiedenen Parteien und Mitgliedern, übernahm dann 1972 kommissarisch und nachher hauptamtlich Herr Ewald Schwanz das Amt des 1. Vorsitzenden des Vereins. Höhepunkte der Tätigkeit von Herrn Schwanz waren sicher der Aufbau der Jugendgruppe 1976 und auf Einwirken von Herrn Bürgermeister Czernuska und Vorarbeit und Ausbildung von Jugendlichen durch Herrn Michael Theißler, Durchführen des historischen Turmblasens 1976. ...es folgt Teil 2. Michaela Baier