© STADTKAPELLE BAD WIMPFEN e.V. 2018  
Dirigentenkonzert der Stadtkapelle Bad Wimpfen Als „Egoismus“ des Dirigenten beschrieb Wolfram Leonhard die Wahl der Musikstücke  für das Jubiläumskonzert im Bad Wimpfener Kursaal. Am Samstagabend begleitete Herr  Leonhard das Publikum mit einer unterhaltsamen und informativen Moderation durch das  Programm, mit dem Dirigent Jürgen Krieger sein zehntes Jahreskonzert mit der  Stadtkapelle Bad Wimpfen feierte. Annette Waible, die ebenfalls 10 Jahre Dirigententätigkeit in Bad Wimpfen feiert,  eröffnete das Konzert mit der Jugendkapelle und dem Kapellino mit einer klangvollen  Interpretation von Kurt Gäbles „Leuchtfeuer“. Klangvoll deshalb, weil 25  Nachwuchsmusikerinnen (und neun „Alte“ aus der Hauptkapelle) auf der Bühne saßen. Als  Frau Waible vor zehn Jahren den Taktstock hob, setzten gerade mal acht Jungmusiker  die Instrumente zum Spielen an. Ohne die Unterstützung der jüngeren Kapellinos spielte die Jugendkapelle nun „Crime  Busters“, ein Potpourri bekannter Melodien aus spannenden Krimi-Filmen, und Jacob de  Haans anspruchsvolles „Concerto d'Amore“ mit Bravour. Der Applaus und der Jubel des  Publikums wurden mit Affengeschrei, Papageien-Gekreische und Tarzan-Rufen belohnt - in  Form eines lustigen Medleys aus dem Musical „Tarzan“.  Jürgen Krieger präsentierte den  Zuhörern eine erlesene Auswahl an  Stücken aus der vergangenen Dekade.  Dabei war ihm klar, dass diese  Zusammenstellung nicht unbedingt  den Geschmack des Publikums  treffen würde. Zwischen zwei  bekannten Stücken zu Beginn und am  Ende des Konzerts - den  Filmmelodien von „Robin Hood“ bzw.  „Die glorreichen Sieben“ -  packte  der Dirigent weniger geläufige,  doch dafür umso anspruchsvollere  Werke, wie zum Beispiel „Noah's  Ark“ von Bert Appermont und ein Medley aus dem  Musical „Elisabeth“.  Es ist fast schon Tradition, dass ein Stück von  Andreas Horwarth, dem „Hauskomponisten“ der  Stadtkapelle aufgeführt wird. So wählte Jürgen  Krieger „Finn!“ als das Horwathsche Werk, das  ihm und den meisten Musikerinnen am Besten  gefällt. „Finn!“ ist dem ältesten Sohn des  Komponisten gewidmet und erzählt auf  musikalische Weise von Liebe, Fantasie und  sprudelndem Leben. Armenian Dances (zu Deutsch: armenische  Tänze) von Alfred Reed bildeten das  Herzstück des Konzerts und wenn der  Dirigent Egoismus zeigte, dann hier! In den  Monaten vor der Aufführung wurde  stundenlang jeder Lauf, jeder Übergang,  jeder hoch komplizierter Rhythmuswechsel  akribisch eingeübt und wiederholt; es wurde  auf die Musiker eingeredet, um die Wichtigkeit der armenischen Tänzen  zu unterstreichen, bis wirklich alle, bis in die hinterste Reihe, wussten, dass der Erfolg  dieses 10-jährigen Auftrittes mit diesem Werk stand und fiel. Als der Schlussakkord  verklungen war und er schließlich strahlend den Taktstock senkte, atmete das ganze  Orchester auf. Jürgen Krieger war zufrieden!  Insgesamt neun Ehrungen gab es an diesem Abend: Jürgen Krieger und Jugenddirigentin  Annette Waible wurden beide für die 10-jährige Tätigkeit im Musikverein geehrt. Unter  den Musikern wurden Janet Militz und Marvin Steinkrüger für 10 Jahre, Daniela Hermann  und Stefanie Schenkirsch für 20 Jahre und Elke Schöbel, Bernd Hermann und Thilo Jung  für 30-jährige musikalische Tätigkeit geehrt. Der erste Vorstand des Vereins, Manfred  Freier, führte die Ehrungen mit kurzweiligen und humorvollen Erläuterungen durch.  Das effektvolle Stück „Inchon“ von Robert W. Smith bildete den musikalischen Abschluss  des Abends. Mit Meeresrauschen, melancholischen Flöten- und Oboensoli,  Hubschraubergeknatter und dramatischen Melodien wurden die Traurigkeit und das  Schrecken des Vietnam-Kriegs im Kursaal spürbar. Doch als die Ocean Drums  (Meerestrommel) und der anschließende donnernde Beifall verstummt waren, wurden  Musiker und Zuhörer schlagartig zurück nach Deutschland versetzt mit Kurt Gäbles  „Blasmusik macht Freude“ und einer weiteren Zugabe, dem „Vaterländischer Marsch“ von  Johann und Joseph Strauß.  Die Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle möchten sich bei allen Helfern herzlich  bedanken, ganz besonders bei Sabine Freyer für das leckere „Musiker-Büffet“, und  ebenso bei den Konzertbesuchern, die, trotz Bedenken des Dirigenten bezüglich der  Stückwahl, zumindest so applaudiert haben, als hätte ihnen der ganze Abend richtig gut  gefallen! Maxine Jung
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